Nach einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungs- Gesellschaft PricewaterhouseCoopers steht etwa jedes zweite Familienunternehmen in Deutschland steht vor dem Verkauf. Fehlende Nachfolge und Familienstreitigkeiten sind hierzu oft genannte Gründe. Doch auch die zu hohe Erbschaftssteuer, Finanzierungsprobleme sind entscheidene Gründe für die Nachfolgeschwierigkeiten.
Vorallen kleine und mittlere Unternehmen haben es laut der Studie schwer, die für Investitionen erforderlichen Summen bereitzustellen. Auf Basis der Umfrage unter 1000 europäischen Unternehmen ist davon auszugehen, dass in Deutschland nur jedes dritte Unternehmen im Familienbesitz bleiben wird.«Ausländische Investoren zum Beispiel aus China und Russland sind auf den deutschen Mittelstand aufmerksam geworden, so dass interessante Angebote an der Tagesordnung sind», sagte Norbert Winkeljohann am Dienstag in Frankfurt bei der Vorstellung einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungs- Gesellschaft PricewaterhouseCoopers.Unter dem Aspekt, dass die Familienunternehmen derzeit mehr als zwei Drittel der Arbeitsplätze in Deutschland stellen, gewinnt das Thema Nachfolgeregelung auch eine Arbeitspolitische Brisanz.
„Viele Familienunternehmen sind hinsichtlich ihrer Corporate-Governance-Strukturen komplex. Der Grund dafür ist, dass einfach zu viele Gruppen in die Verantwortung für das Unternehmen einbezogen werden müssen. Zur dauerhaften Lösung solcher Konflikte werden zum Teil einzelne Unternehmens-Stämme herausgekauft, um die Entscheidungsfähigkeit zu optimieren“, betont Winkeljohann von Price Waterhouse.
Das heisst, die Klärungsprozesse zur Nachfolgeregelung sind komplex und es müssen zuviele Interessen berücksichtigt werden. Zusätzlich bedrohen Finanzierungsprobleme sowie die Unternehmensbewertung die positive Nachfolgeregelung innerhalb der Familie.
„Familienunternehmen sind in Deutschland kein Auslaufmodell. Sie haben eine große Zukunft. Doch müssen Familienunternehmer entschlossen auf die in der Studie identifizierten Herausforderungen reagieren, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein“, konstatiert Winkeljohann.
Für die Studie befragte PwC über 1.000 europäische und 107 deutsche Unternehmen in Familienbesitz. Gut die Hälfte erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über 40 Millionen Euro, 65 Prozent der befragten Unternehmen beschäftigten mehr als 100 Mitarbeiter.