Finanzierungsertrag ist der Zinsgewinn, der bei fristgerechter Bezahlung von Lieferanten als Skonto gewährt wird. Die Gesamtsumme der Finanzierungserträge im Verhältnis zum Umsatz ist die Finanzierungsertragsquote.
Die Bedeutung des Skonto wird deutlich, wenn der Skontosatz in einen Jahreszins umgerechnet wird.
Wenn die Kondition beispielsweise lautet: 10 Tage mit 2 % Skonto oder 30 Tage netto, werden für 20 Tage 2 % vergütet:
Eine Verkürzung der Lieferantenkreditdauer führt zwangsläufig zu erhöhtem Geldbedarf, der gegebenenfalls mit einem Kontokorrentkredit finanziert werden muss. Wie viel Geld bei unterschiedlichen Zahlungszielen zusätzlich nötig ist, wird mit folgender Formel errechnet, die den Lagerumschlag und den durchschnittlichen Lagerbetsand im Einstandswert verbindet:
Beispiel:
Lagerumschlag 3mal
Warenbestand im EK 250.000
Zahlungsziel 30 Tage, soll verkürzt werden auf 10 Tage
Wenn in 10 Tagen reguliert werden soll, steigt der Geldbedarf um 41.666 €. Wird dieser Mehrbetrag durch einen Bankkredit finanziert, für den angenommen 8 % Zinsen zu zahlen sind, so belaufen sich die jährlichen Kapitalkosten auf3.333 €. Dem Zinsaufwand steht bei 2 % Skonto vom Wareneinkauf ein Erlös von 5.000 € bzw. ein Finanzierungsgewinn von 1.667 € gegenüber (s. auch unter Lagerkapitalbedarf).
Ob Skontierung oder Lieferantenkredit günstiger ist, richtet sich insbesondere nach dem Lagerumschlag und dem jeweiligen Kapitalmarktzins. Je höher der Lagerumschlag, um so niedriger ist der zusätzliche Geldbedarf bei Verkürzung der Lieferantenkreditdauer. Wenn im Obigen Beispiel der Lagerumschlag auf 4mal erhöht werden kann, sinkt dadurch der Geldbedarf 2 von 229.167 € auf 222.222 €.